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Pahrenz um 1930
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der Chronik der Windmühle
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Am 6. Februar 1830 wurde in Zadel bei Meißen eine
Bockwindmühle abgebrochen und durch den Windmüller Johann
Gottfried Prautzsch in Pahrenz aufgestellt. Diese wurde am 31. Dezember
1851 an Johann Gottfried Hornemann aus Dahlen verkauft. Dieser wiederum
verkaufte selbige am 31. Dezember 1852 an den Windmüller Friedrich
Gottlob Karl Jenichen aus Seerhausen. Im August 1864 erfolgte der
Aufbau einer hölzernen Holländerwindmühle durch den
Mühlbauer Adolf König aus Bobersen bei Riesa. Am 28. April
1883 wurde die Mühle
an den Sohn, Mühlermeister Friedrich Gustav
Jenichen übergeben. Dieser veranlaßte im Jahre 1889 den
Abbruch des Holländers und ließ vom Baumeister Rudert
aus Stauchitz eine massive Holländermühle errichten. Der
Innenausbau wurde vom Mühlbauer Adolf König aus Bobersen
vorgenommen. Allein 100 Pferdefuhren Bruchstein wurden von Zehren
bei Meißen geholt. Das Mauerwerk kostete damals rund 1000
Mark. Ein Maurer bekam die Stunde 14 Pfennige. Im Vergleich dazu
zahlte man für ein Ei 3 Pfennige. 1894 wurde ein 6 PS Verbrennungsmotor
zur Stabilisierung des Betriebsablaufes aufgestellt. 1911 erfolgte
der Einbau eines 15 PS Elektromotors, welcher heute noch vorhanden
ist.
Am 03. 05. 1920 wurde das Mühlengrundstück an
den Sohn, Müllermeister Johannes Paul Jenichen übergeben.
1922 wurde die Mühle im Inneren durch die Firma Gebrüder
Große aus Lohmen auf den neuseten Stand der Technik gebracht.
Es erfolgte der Einbau der ersten Walzenstühle. Im gleichen
Jahr erfolgte der Aufbau der Schrotmühle und Schrotboden sowie
deren Anschluß an die Windmühle bzw. Elektromotor über
Teile der noch bestehenden Transmission.1931 erfolgte ein nochmaliger
Umbau der Mühleneinrichtung mit neueren Müllereimaschinen.
Im Jahr 1925 wurde die zur kleinen Landwirtschaft gehörenden
Scheune und 1935 ein Lagergebäudes für gesackte Körnerfrüchte,
Mehle und Schrote errichtet.
Im August
1945 wurde wieder mit der
Mehlmüllerei in der durch Kriegseinwirkung stark beschädigten
Mühle begonnen. Ende 1947 wurden die Jalousienflügel eingetauscht
gegen Flügel von moderner Bauweise, sogenannte Ventikanten.
1948 wurden die hölzernen Rutenwelle gegen eine eiserne Welle
mit aufgekeiltem Wellkopf getauscht. Am 06. 01. 1948 wurde das Mühlengrundstück
an den Sohn, Müllermeister Paul Gerhard Jenichen übergeben.
1951 Installation der zur Zeit bestehenden funktionstüchtigen
Walzenstühle. Im Sommer 1971 suchte ein heftiges Gewitter den
Mühlberg heim. Die dabei auftretenden Windböen waren so stark, daß die Sicherungssysteme
versagten und die Windmühlenflügel durchdrehten. Das achtzehn
Meter große Flügelkreuz war nur noch als eine Scheibe
zu sehen. Im Inneren der Mühle war eine Menge kaputt, die stählernen
Zahnräder hatten die Holzzähne der Gegenräder restlos
zersplittert. Am 13. November 1971 wurden der Windantrieb und die
Mehlmüllerei bedingt durch dieSturmschaden stillgelegt. Die
Futterschroterei erfolgte weiter im geringen Umfang.
1982
erschien eine Briefmarkenserie
über Windmühle in der DDR, auf der die Pahrenzer Mühle
mit abgebildet ist.Im Jahr 1989 war die Mühle 100 Jahre alt.
Dieses Ereignis war der Anlaß für ein großes Dorffest.
Der Hauptinitiator des "Mühlenfestes" war die Gemeinde
Prausitz, unterstützt vom Dorfclub und der damaligen LPG "Dorfheimat".
Das Feld unterhalb des Mühlengrundstückes wurde zur Festwiese
umfunktioniert. Das Innenleben einer voll funktionsfähigen
Windmühle einmal näher kennenzulernen, hatte viele Neugierige
angelockt. Es wurden ca. 8000 Besucher gezählt. Da es ein gelungenes
Fest war, wollten die Kulturbeauftragten des Rates des Kreises die Familie überzeugen,
eine Gaststätte zu eröffnen. Zu diesem Zeitpunkt
waren aber alle Familienmitglieder berufstätig und nebenbei
wurden Kühe und Schweine gehalten, so daß alle Überzeugungsarbeit
nicht fruchtete. Der letzte Müllermeister von Pahrenz
Gerhard Jenichen fing wieder mit seiner Arbeit in der Schrotemühle
an, alsder Festplatz und der Schroteboden beräumt waren. Letzterer
diente als Austellungsraum bzw. als "Mühlenkaffee".
Im Herbst 1989 kam dann die "Wende" , 1990 die Währungsunion.
Tierhaltung im Nebenerwerb lohnte sich nicht mehr. Die Produktionsgenossenschaften
brachten kein Getreide zur Verarbeitung, so wurde der Betrieb des
Meisters im Herbst 1990 stillgelegt. Die Ehefrau des Meisters
stand nun vor der Entscheidung, in Vorruhestand zu gehen. Sie entschloß
sich zur Selbständigkeit und eröffnete am 01. 11. 1990
ein Getränkegeschäft mit Imbiß. Nach und nach wurde
es zu einem kleinen Gartenlokal erweitert und lädt von April
bis Oktober (schönes Wetter ist mitzubringen) die Gäste
zum Verweilen ein. Am 01. 01. 1994 wurde das Geschäft an den
Sohn Friedrich Jenichen übergeben. Ein weiterer Ausbau der
Schrotemühle ist geplant, um den Gästen ganzjährig
das Ausflugsziel zugänglich zu machen.
 
Gern besuchen Schulklassen das Mühlenmuseum,
um einen Abschnitt des langen Weges vom Korn zum Brot näher
kennenzulernen.Der Müllermeister war gern bereit Auskunft über
seine Arbeit und sein Leben als Müller zu geben
1995 erfolgte
eine Generalreparatur. Es
wurden die Lager überholt und zwei der acht Windrosenflügel
ersetzt und Dach und Flügel mit einem neuen Farbanstrich versehen.
Außerdem wurde das Blechdach ausgebessert und Fenster und
Türen gestrichen. Verantwortlich für die Arbeiten war
die Firma Metallbau Rainer Lehmann aus Frauenhain bei Gröditz.
Ein Großteil der Kosten wurde durch Fördermitteln der
Oberen Denkmalsschutzbehörde gedeckt.
Ende
Weitere Bilder der Instanthaltungsarbeiten
aus dem Jahr 1995 sehen Sie hier... Weiter
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